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Pressemitteilungen 2023 (Archiv)

Pressemitteilung Nr. A001/2023: „Die jüngsten Opfer der Mauer“ - Ein Filmabend mit Gespräch, 23. Januar 2023

„Die jüngsten Opfer der Mauer“
Ein Filmabend und Gespräch mit der Produzentin Dr. Syvlia Nagel am 23. Januar 2023 um 18.00 Uhr in der Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg

Birgit Neumann-Becker:
„Das mörderische SED-Grenzregime verschonte nicht einmal Kinder und Jugendliche. Mindestens 30 von ihnen wurden an der innerdeutschen Grenze getötet. Ein besonders erschütternder Fall aus Sachsen-Anhalt ist der gewaltsame Tod des 15-jährigen Schülers Heiko Runge am 8. Dezember 1979. Bei seinem Fluchtversuch in Sorge gaben zwei Grenzsoldaten aus ihren Kalaschnikow-Sturmgewehren einen Kugelhagel von 51 Schuss ab und beendeten so sein junges Leben. An dieses besonders unmenschliche Kapitel des SED-Unrechts zu erinnern, ist mir ein wichtiges Anliegen.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A001/2023.

 

 

Pressemitteilung A002/ 2023: Gedenkzeichen „Die letzte Adresse“ für Horst Avemann in Parey (Elbe), 24. Januar 2023, Elbe-Parey

 

72 Jahre nach seiner Hinrichtung in Moskau: Gedenkzeichen „Die letzte Adresse“ für Horst Avemann in Parey (Elbe) 
Feierliche Anbringung: Dienstag, 24. Januar 2023, 14.00 Uhr 
Polizeistation Parey, Ernst-Thälmann-Straße 15, 39317 Elbe-Parey

Birgit Neumann-Becker:
„Im März 1950 ohne Grund verhaftet, in einem Geheimprozess verurteilt, nach sechs Monaten in Moskau hingerichtet, und die Asche anonym in einem Massen-grab verscharrt. Für seine Angehörigen blieb Horst Avemann für Jahrzehnte ohne eine Nachricht ‚spurlos verschwunden‘. Das grausame Schicksal von Horst Ave-mann aus Parey teilten viele Tausende in der Sowjetischen Besatzungszone und der frühen DDR. Unschuldig gerieten sie in die Fänge der sowjetischen Geheimpo-lizei und erhielten von Militärtribunalen langjährige Haftstrafen oder schlimmsten-falls ein Todesurteil. Das Gedenkzeichen „Die letzte Adresse“ entreißt das Schick-sal von Horst Avemann dem Vergessen und holt ihn in die Mitte der Gesellschaft zurück. Wie Avemann waren die meisten Betroffenen nicht prominent, sondern einfache Menschen, die in die Mühlen des Unrechts gerieten. 

Dieses Projekt realisiert Memorial Deutschland in Zusammenarbeit mit der russi-schen Stiftung „Die letzte Adresse“ (Poslednij Adress). Diese Stiftung haben unter anderem Mitglieder der inzwischen verbotenen Menschenrechtsorganisation Me-morial (Friedensnobelpreisträgerin von 2022) gegründet. Dass sie trotz der ge-genwärtigen Repressionen in Russland ihre Arbeit unermüdlich fortsetzt, zeugt von großer Zivilcourage und verdient unseren Respekt.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A 002/ 2023.

 

 

Pressemitteilung A003/ 2023: Das neue Gedenkzeichen „Die letzte Adresse“ in Elbe-Parey – ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur in Sachsen-Anhalt

Birgit Neumann-Becker: 
„Das neue Gedenkzeichen „Die letzte Adresse“ für Horst Avemann an der Polizeistation in Elbe-Parey ist ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur in Sachsen-Anhalt. Es holt den 1950 unschuldig in Moskau erschossenen und erst 26 Jahre alten Avemann aus der Vergessenheit in die Erinnerung zurück. Das Gedenkzeichen verknüpft Avemann zugleich symbolisch mit den vielen anderen Stalinismus-Opfern in ganz Europa, an die gleiche Tafeln erinnern. Dies unterstreicht den mörderischen Charakter der kommunistischen Ideologie in der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Das Gedenkzeichen soll helfen, Interesse zu wecken und ein Nachdenken darüber anzuregen.“ 

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A 003/ 2023.

 

 

Pressemitteilung A004/ 2023: Birgit Neumann-Becker freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Berliner Landesbeauftragten Frank Ebert

Birgit Neumann-Becker freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Berliner Landesbeauftragten Frank Ebert

Birgit Neumann-Becker: 
„Frank Ebert hat als Wehrdienstverweigerer das SED-Unrecht selbst erfahren. Seit der Friedlichen Revolution engagiert er sich für die Aufarbeitung. Heute hat ihn das Berliner Abgeordnetenhaus mit den Stimmen aller Fraktionen zum neuen Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gewählt. Dazu gratuliere ich ihm sehr herzlich, wünsche ihm viel Erfolg bei seiner Arbeit und freue mich auf die Zusammenarbeit. Auch mehr als dreißig Jahre nach der Friedlichen Revolution benötigen die Betroffenen von SED-Unrecht noch immer Unterstützung und Beratung, viele Aspekte der SED-Diktatur müssen noch aufgearbeitet und die Öffentlichkeit darüber informiert werden. Es ist mir sehr wichtig, auch dem bisherigen Berliner Aufarbeitungsbeauftragten Tom Sello für seine Leistungen in den letzten Jahren und die vertrauensvolle Zusammenarbeit sehr herzlich zu danken und ihm alles Gute zu wünschen.“ 

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A 004/2023.

 

 

Pressemitteilung A005/ 2023: „Einweisung in den Jugendwerkhof. Möglichkeiten der Anerkennung des Leids und Rehabilitierung nach Heimeinweisung“ am 7. März 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr

Neue Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: „Einweisung in den Jugendwerkhof. Möglichkeiten der Anerkennung des Leids und Rehabilitierung nach Heimeinweisung“

Online-Veranstaltung am 7. März 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr 

Birgit Neumann-Becker: 
„Ein ‚Kindergefängnis‘ nannte Frau B. den Jugendwerkhof. Die Einweisung in einen Jugendwerkhof oder in ein Spezialheim waren ein tiefer Einschnitt in das Leben von Kindern und Jugendlichen. Der Kontakt zu Eltern, Geschwistern und Freunden wurde unterbrochen. Sie fanden sich auf unbestimmte Zeit in einer disziplinierenden Umwelt wieder. Die Anerkennung ihres Schicksals ist für die Betroffenen wichtig, um ihre vielfach belastete Vergangenheit anzunehmen. Seit der Novellierung der SED-Unrechtsbereinigungsgesetze im Jahr 2019 ist die Rehabilitierung Betroffener besser möglich.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A 005/ 2023.

 

 

Pressemitteilung A006/ 2023: Politisches Todesurteil im Auftrag der SED

Politisches Todesurteil im Auftrag der SED
Die Landesbeauftragte erinnert an die Enthauptung von Ernst Jennrich am 20. März 1954

Birgit Neumann-Becker:
„Mit Gewalt und Terror wollte die SED-Führung die Wiederholung des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 verhindern. Die SED kriminalisierte die friedlichen Teilnehmer an den Streiks und Demonstrationen. In ihrem Auftrag verurteilte das Bezirksgericht Magdeburg den Gärtner und langjährigen Sozialdemokraten Ernst Jennrich zum Tode. Eine solche politische Justiz, in der die Staatspartei die Urteile bestimmt, kennzeichnete die SED-Diktatur und machte die DDR zu einem Unrechtsstaat. Sie zeigt, wie wichtig eine unabhängige Justiz ist. Denn eine fehlende Gewaltenteilung kann tödlich sein.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A 006/ 2023.

 

 

Pressemitteilung A007/ 2023: „Digitale Erinnerung an die deutschen GULag-Häftlinge“, 21. März 2023

„Digitale Erinnerung an die deutschen GULag-Häftlinge“
Online-Veranstaltung am 21. März 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr 

Birgit Neumann-Becker: 
„In dem berüchtigten sowjetischen Straflagersystem des GULag waren nach 1945 auch Zehntausende Deutsche inhaftiert. Viele von ihnen starben dort an den unmenschlichen Le-bens- und Arbeitsbedingungen. Besonders hart war das Arbeitslager in Workuta. In der le-bensfeindlichen Umgebung nördlich des Polarkreises mussten die Gefangenen in Kohle-bergwerken schuften. Kurz nach Stalins Tod am 5. März 1953 wagten die verzweifelten Häft-linge einen Aufstand. Er wurde blutig niedergeschlagen. In der DDR war bis zuletzt nur wenig über Workuta und den GULag bekannt. Die Webseite „workuta.de“ ist ein wichtiges Projekt, die Erinnerung an diesen Ort des Schreckens wachzuhalten.“
Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A007/ 2023.

Pressemitteilung A008/ 2023: Übergabe des Tätigkeitsberichts 2022/2023 der Landesbeauftragten an den Landtagspräsidenten

Übergabe des Tätigkeitsberichts 2022/ 2023 der Landesbeauftragten an den Landtagspräsidenten

Birgit Neumann-Becker: 
„Das Jahr 2022 hat die Aufarbeitung der SED-Diktatur in Sachsen-Anhalt einen großen Schritt weitergebracht. Mit den Mitteln des Härtefallfonds, den der Landtag erstmalig zur Ver-fügung gestellt hatte, konnte die Not von 13 Betroffenen von SED-Unrecht gelindert werden. Nach den Corona-Einschränkungen konnte die persönliche Vorort-Beratung wieder flächen-deckend stattfinden. Zahlreiche Bildungs- und Informationsangebote fanden wieder in Prä-senz statt und wurden stark nachgefragt. Die Unterstützung von Frauen und Männern, die in der DDR von politischem Unrecht betroffen waren, wird weiter fortgesetzt. Auch der Bedarf an Bildungsimpulsen, um die Öffentlichkeit über die SED-Diktatur zu informieren, ist groß. Der 70. Jahrestag des Aufstandes vom 17. Juni 1953 wird in diesem Jahr mit einer Überblicks-ausstellung der Ereignisse in Sachsen-Anhalt ein Themenschwerpunkt sein. Das Zukunfts-zentrum in Halle wird den Zusammenhang zwischen Diktatur, friedlicher Revolution und nach-folgender Transformation anschaulich und konkret bearbeiten können. Denn die Aufarbeitung unserer Vergangenheit ist eine in die Zukunft gerichtete Aufgabe.“


Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A008/ 2023.

Der Tätigkeitsbericht 2022/ 2023 zum Download 

 

Mitteilung des niedersächsisches Ministeriums für Inneres und Sport über Beratungstage 2023 für Betroffene von SED-Unrecht in Zusammenarbeit mit der Landesbeauftragten

Auch über drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall und der Deutschen Wiedervereinigung leben in Niedersachsen noch zahlreiche Opfer des SED-Regimes, die unter den Folgen des SED-Unrechts leiden. Um möglichst viele Betroffene ortsnah über bestehende Hilfs- und Leistungsangebote zu informieren, organisiert das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport - Referat 61 - alljährlich Beratungstage für Betroffene von SED-Unrecht vor Ort. Die Beratungen werden von Fachleuten aus Sachsen-Anhalt durchgeführt und von Vertretern des Niedersächsischen Netzwerks für SED- und Stasiopfer unterstützt. 

Zu den Informationen des niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport.

Zu den Beratungsterminen in Niedersachsen.

Pressemitteilung A009/ 2023: Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: „Kulturgutentziehungen in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR."

Neue Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: 
„Kulturgutentziehungen in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR. Museen in Sachsen-Anhalt helfen bei der Aufarbeitung“
Online-Veranstaltung am 4. April 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr 


Birgit Neumann-Becker: 
„Die sowjetische Besatzungsmacht und später die SED-Führung ließen nach 1945 bis zum Ende der DDR Kunst- und Kulturgüter in großem Stil rauben. Einen Teil des Raubguts verkauften sie zur Devisenbeschaffung in den Westen, ein anderer Teil landete in Museen, viele scheinbar wertlose, den früheren Besitzern aber kostbare Gegenstände ließen sie verrotten oder sogar vernichten. Viele Museen wissen heute gar nicht mehr, woher einzelne Teile ihrer Sammlungen stammen. Sie müssen bei vielen Objekten die genaue Herkunft, ihre Provenienz, erst mühevoll erforschen. Der Museumsverband Sachsen-Anhalt hat dafür extra eine Koordinierungsstelle Provenienzforschung eingerichtet, um insbesondere die kleineren Museen dabei zu unterstützten. Deren Leiterin, Dr. Annette Müller-Spreitz wird uns über diesen sehr spannenden, aber bislang einer breiten Öffentlichkeit kaum bekannten Aspekt der Aufarbeitung der SED-Diktatur berichten.“ 

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A009/ 2023.

 

Pressemitteilung A010/ 2023: Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: „Die Kinderpathologie an der Medizinischen Akademie Magdeburg (MAM)"

„Die Kinderpathologie an der Medizinischen Akademie Magdeburg (MAM) – zum Umgang mit Fehl- und Frühgeburten und dem Säuglingstod 1959-1989/90“
Online-Veranstaltung am 18. April 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr 

 

Birgit Neumann-Becker: 
„Ein Baby vor, während oder nach der Geburt zu verlieren, ist für jede Mutter, für jede Familie ein schreckliches Erlebnis. Ein solcher Verlust ist eine extreme Belastung, die das ganze Leben anhält. Eine Fernsehserie von 2013 erzählt den Fall, wie die Stasi einen Säuglingstod nur vortäuschte und in Wahrheit das Kind zur Adoption freigab. Viele betroffene Frauen schöpften damals die Hoffnung, auch ihr Kind würde noch leben und wandten sich an meine Behörde. Klarheit kann hier nur umfassende wissenschaftliche Forschung bringen. Das Institut für Ethik und Theorie der Medizin der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit der Leiterin Prof. Dr. Eva Brinkschulte sichert und sichtet die Dokumentationen aller dieser Fälle in der Kinderpathologie der ehemaligen Medizinischen Akademie Magdeburg und informiert auf der Veranstaltung über ihre Forschungsergebnisse.“ 
 

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A010/ 2023.

Pressemitteilung A011/ 2023: „Worte finden für das Schweigen" - neues Angebot in Magdeburg

„Worte finden für das Schweigen – Zeitzeugenclub für von SED-Unrecht betroffene Menschen und ihre Familien“
Start des neuen Veranstaltungsangebots 28.04.2023, 17.00-18.30 Uhr
Bürgelstraße 1, 39104 Magdeburg

 

Birgit Neumann-Becker: 
„Erlebtes Unrecht und die Folgen von politischem Unrecht begleiten Betroffene oft ein Leben lang. Der Umgang damit ist individuell und kann ganz unterschiedlich aussehen. Häufig sind aber auch Angehörige und nachfolgende Generationen vom Schicksal der Familie betroffen. Über das Erlebte zu sprechen, in den Austausch mit der Familie, mit Freunden oder anderen Betroffenen zu gehen, kann helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Doch oft fehlen einfach die Worte. Der neue, psychologisch betreute Zeitzeugenclub ist ein Angebot an Zeitzeugen und ihre Angehörigen, in Gesprächen und Schreibübungen der Unrechtserfahrung Wort und Raum zu geben.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A011/ 2023.

Pressemitteilung A012/ 2023: Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: „Zugang zu Stasi-Akten für jedermann"

Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: 
„Zugang zu Stasi-Akten für jedermann: Online-Recherche im Stasi-Unterlagen-Archiv“
Online-Veranstaltung am 2. Mai 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr 

Birgit Neumann-Becker: 
„Ohne die Stasi-Akten lässt sich die Funktionsweise der SED-Diktatur kaum verstehen. Es ist deshalb ein bleibendes Verdienst der DDR-Bürgerrechtsbewe¬gung, durch den Sturm auf die Stasi-Zentralen, die Akten vor der geplanten Vernichtung bewahrt zu haben. Der Zugang zu den Akten unterliegt aber starken Beschränkungen. Dabei gilt: jeder kann seine Akte und die ihn betreffenden Informationen einsehen. Das neue Angebot der Stasi-Mediathek des Bundesarchivs ermöglicht es nun aber darüber hinaus, die Wirkungsweise der DDR-Geheimpolizei anhand von ausgesuchten originalen Dokumenten, Fotos sowie Ton- und Filmaufnahmen zu erforschen. Im Umgang mit den Stasi-Unterlagen ist damit nicht nur eine neue Stufe der Digitalisierung erreicht, sondern auch eine bedeutende Öffnung des Archivbe-stands für die Öffentlichkeit.“
 

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A012/ 2023.

Pressemitteilung A013/ 2023: Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: „Erinnerung an die Opfer sowjetischer Repression"

Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: 
„Erinnerung an die Opfer sowjetischer Repression: Das Projekt „Die letzte Adresse“ international und in Sachsen-Anhalt“
Online-Veranstaltung am 16. Mai 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr 

Birgit Neumann-Becker: 
„Die Erinnerung an unschuldig politische verfolgte Menschen wachzuhalten, ist ein wichtiges Anliegen der demokratischen Erinnerungskultur. Deshalb unterstütze ich das Projekt der russischen Stiftung „Die letzte Adresse“, Gedenktafeln für Todesopfer stalinistischer Verfolgung an ihrem letzten Wohnort anzubringen. In Sachsen-Anhalt sind in den vergangenen Jahren für die unschuldig hingerichteten Dr. Helmut Sonnenschein in Naumburg und Horst Avemann in Elbe-Parey Tafeln angebracht worden. Am 26. Mai wird in Zeitz für Artur Jubelt die dritte Gedenktafel in Sachsen-Anhalt montiert. Bei diesem Projekt ist Memorial Deutschland federführend. Deren Vorsitzende Dr. Anke Giesen sowie Melanie Hussinger werden dieses wichtige Projekt vorstellen.“
 

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A013/ 2023.

Pressemitteilung A014/ 2023: Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: „Neustart Grenzmuseum Böckwitz-Zicherie: Generationenwechsel im Museumsverein“

Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten:
„Neustart Grenzmuseum Böckwitz-Zicherie: Generationenwechsel im Museumsverein“
Online-Veranstaltung am 30. Mai 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr

Birgit Neumann-Becker:

„Der Museumsverein Böckwitz-Zicherie lebt die Deutsche Einheit. In den ehemals durch die innerdeutsche Grenze geteilten Dörfern Böckwitz und Zicherie bewahren Menschen aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und aus mehreren Generationen gemeinsam die Erinnerung an und das Wissen über die Deutsche Teilung. Dabei bringen sie ihre unterschiedlichen Lebenserfahrungen, ihre vielfältigen Kompetenzen und verschiedenen Sichtweisen ein. Gerade in diesem Austausch liegt der Erfolg ihrer Arbeit.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A014/ 2023.

Pressemitteilung A015/ 2023: MENSCHEN RECHT FREIHEIT PROTEST auf dem Land und in den Städten Sachsen-Anhalts

MENSCHEN RECHT FREIHEIT PROTEST auf dem Land und in den Städten Sachsen-Anhalts
Die Landesbeauftragte macht das Ausmaß des Aufstands vom 17. Juni 1953 im ganzen Land Sachsen-Anhalt online sichtbar

Der Landtag von Sachsen-Anhalt debattiert heute die Bedeutung des Aufstan des vom 17. Juni 1953 und seine Würdigung zum 70. Jahrestag im Lande. Dazu teilt die Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Birgit Neumann-Becker, mit:

Birgit Neumann-Becker:
"Die Schauplätze des Volksaufstands vom 17. Juni 1953 auf dem Gebiet des Landes Sachsen-Anhalt sind ab heute über die Webseite „Orte der Repression in Sachsen-Anhalt“ abrufbar. Sie zeigt, dass an vielen Orten in Sachsen-Anhalt und auch in den ländlichen Regionen abseits der Industriezentren Menschen auf die Straße gingen und für ihre Rechte eintraten. Die Karte ist unter der folgen den Adresse erreichbar: Orte der Repression/ 17. Juni 1953 oder https://tinylink.net/8Q3s6 

Nahezu flächendeckend fanden am 17. Juni 1953 auf dem Gebiet des Landes Sachsen-Anhalt Streiks und Demonstrationen von Arbeitern, Bauern und Bürgern gegen die SED-Diktatur statt. Die Menschen erhoben sich nicht nur im mitteldeutschen Industrie-Revier – in Halle (Saale) fand am 17. Juni mit rund 60.000 Teilnehmern die größte Kundgebung statt -, sondern ganz besonders auch im ländlichen Bereich. Die Menschen demonstrierten gegen die politischen Zustände in der DDR, gegen die Unterdrückung der Menschenrechte und die Gängelung durch die SED. Auf der nun zugänglichen Karte wird sichtbar: von Seehausen im Norden bis nach Weißenfels im Süden, von Jessen im Osten bis nach Harbke an der innerdeutschen Grenze traten Demonstranten für ihre Freiheitsrechte ein. In wenigen Tagen jähren sich diese Ereignisse zum 70. Mal. Daher unterstützt die Landesbeauftragte die lokale Erinnerung an diejenigen Frauen und Männer, die am 17. Juni 1953 für Freiheit und Demokratie einstanden. Viele von ihnen gingen dabei große persönliche Risiken ein, 21 Frauen und Männer wurden während der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste in Sachsen-Anhalt getötet. Drei Männer und eine Frau wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet. Alle wurden posthum rehabilitiert. Aus diesem Grund regt die Landesbeauftragte an, weiterhin Plätze und Straßen nach diesem historischen Ereignis oder nach örtlichen Protagonisten des 17. Juni zu benennen. Die Landesbeauftragte unterstützt das Anliegen des Landtags, den 17. Juni in das Zentrum der lebendigen Erinnerungskultur unseres Landes stellen."

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A015/ 2023.

Pressemitteilung A016/ 2023: Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: Der 1. August 1953 – Aufstand in Workuta “ Berichte über den Häftlingsstreik im GULag am Polarkreis

Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten:
„Der 1. August 1953 – Aufstand in Workuta “ Berichte über den Häftlingsstreik im GULag am Polarkreis
Online-Veranstaltung am 13. Juni 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr

Birgit Neumann-Becker:
 „Ende September 1953 traten die Häftlinge in Workuta, einem der grausamsten GULAG-Lager in der Sowjetunion, in den Streik. Stalins Tod und die Nachrichten vom Aufstand am 17. Juni in der DDR hatte ihnen Mut gemacht, sich gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen jenseits des Polarkreises zu wehren. Der Streik weitete sich schnell zu einem Aufstand aus. Als Vorsitzender der Lagergemeinschaft Workuta/ GULag Sowjetunion mit den Berichten der deutschen Rückkehrer aus dem GULag am besten vertraut ist Stefan Krikowski. Er wird über Auslöser, Akteure und Ausgang des der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Aufstandes in Workuta informieren.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A016/ 2023.

Pressemitteilung A017/ 2023: Ausstellungseröffnung in Haldensleben: „An der Grenze erschossen. Erinnerung an die Todesopfer des DDR-Grenzregimes in Sachsen-Anhalt“

„An der Grenze erschossen. Erinnerung an die Todesopfer des DDR-Grenzregimes in Sachsen-Anhalt“
Ausstellungseröffnung am 14. Juni 15.30 Uhr im Foyer des Verwaltungsgebäudes in Haldensleben

Landesbeauftragte Birgit Neumann-Becker:
„Zur Erinnerungskultur an die innerdeutsche Grenze gehört das Gedenken an die Todesopfer des DDR-Grenzregimes. Allein im Grenzabschnitt an der heutigen Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wurden zwischen 1949 und 1989 68 Zivilisten getötet. Sie wurden zumeist erschossen. Die Ausstellung informiert über das Grenzregime der SED-Diktatur und zeigt das Schicksal der Opfer. Aus Haldensleben stammte Uwe Siemann. Er starb im Alter von nur 19 Jahren im Sommer 1976 durch eine Selbstschussanlage. Die Präsentation der Ausstellung in Haldensleben erwähnt auch sein Schicksal. Ich freue mich, dass Landrat Martin Stichnoth und viele Mitglieder des Kreisausschusses zu der Eröffnung kommen.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A017/ 2023.

Pressemitteilung A018/ 2023: Das Volk wollte Demokratie und keinen Sozialismus. Am 17. Juni 1953 war Sachsen-Anhalt ein Zentrum des deutschen Freiheits- und Demokratiebewegung.

Das Volk wollte Demokratie und keinen Sozialismus.
Am 17. Juni 1953 war Sachsen-Anhalt ein Zentrum des deutschen Freiheits- und Demokratiebewegung. Zum 70. Jahrestag des Aufstands:

Birgit Neumann-Becker:
„Weniger als vier Jahre nach der Gründung der DDR hatten die Menschen genug von der SED-Diktatur. Genug vom Sozialismus, genug von der ineffizienten Planwirtschaft, genug von der Kollektivierung von Industrie und Landwirtschaft, genug von Verhaftungen und Repressionen. In Halle, Magdeburg, Bitterfeld und Leuna gingen Zigtausende von Menschen auf die Straße. Bis zu 60.000 Teilnehmer kamen zu den einzelnen Kundgebungen. An mehr als 240 Orten in Sachsen-Anhalt kam es am 17. Juni 1953 zu Streiks und Demonstrationen. Die Demonstranten forderten Freiheit, Menschrechte, das Ende der SED-Diktatur, freie Wahlen und die deutsche Einheit. Der Aufstand vom 17. Juni 1953 war deshalb trotz seiner gewaltsamen Niederschlagung durch sowjetische Panzer ein Meilenstein der deutschen Demokratiebewegung im 20. Jahrhundert.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A018/ 2023.

Pressemitteilung A019/ 2023: Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: „Psychische Belastungen bei ehemals politisch Inhaftierten der DDR und ihren Angehörigen“

Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten:
„Psychische Belastungen bei ehemals politisch Inhaftierten der DDR und ihren Angehörigen“
Online-Veranstaltung am 27. Juni 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr

Birgit Neumann-Becker:
„Ehemalige politische Häftlinge der DDR leiden teilweise ihr ganzes Leben an den Haftfolgen und den traumatischen Erfahrungen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Partner, Kinder und andere Angehörige. Dr. Maya Böhm hat den Einfluss von psychischen Belastungen aus DDR-Haft auf Familienbeziehungen und die innerfamiliäre Kommunikation darüber in ihrer Doktorarbeit untersucht. Sie wird auf der Veranstaltung die Bedeutung der bislang nur wenig beachteten sekundären (indirekten) Traumatisierung von Angehörigen erläutern."

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A019/ 2023.

Pressemitteilung A020/ 2023: Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: „Die Leistungen der Stiftung für ehemalige politische Häftlinge nach § 18 des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes“

Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten:
„Die Leistungen der Stiftung für ehemalige politische Häftlinge nach § 18 des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes“
Online-Veranstaltung am 11. Juli 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr

Birgit Neumann-Becker:
„Die politische Haft in der DDR hat für viele Betroffene auch heute noch gravierende wirtschaftliche Folgen. Dies haben gerade erst Sozialstudien offengelegt. Weil politische Häftlinge mit weniger als 90 Tagen Haft keine SED-Opferrente erhalten, springt die Stiftung politische Häftlinge bei Betroffenen in prekärer wirtschaftlicher Lage ein. Der Vorstandsvorsitzende der in Bonn sitzenden Stiftung, Dr. Detlev Rein, und der Geschäftsführer Michael Schumny informieren auf der Veranstaltung umfassend über die Arbeit der Stiftung und über Unterstützungsmöglichkeiten.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A020/ 2023.

Pressemitteilung A021/ 2023: Landesbeauftragte fördert Projekte am „Grünen Band“

Landesbeauftragte fördert Projekte am „Grünen Band“

Birgit Neumann-Becker:
„Das „Nationale Naturmonument ‚Grünes Band‘ an der ehemaligen innerdeutschen Grenze ist nicht nur ein einzigartiges Naturschutzgebiet, sondern ein ebenso einzigartiger zeithistorischer Erinnerungsraum. Der ‚Eiserne Vorhang‘ vom Polarkreis bis zur Adria teilte ganz Europa. 343 km davon befinden sich an der heutigen Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, an die beinahe vierzig Jahre lang fast undurchdringbare Grenze mit ihren vielen Todesopfern zu erinnern. Ich fördre deshalb auch in diesem Jahr kleinere Projekte, die dazu beitragen, die Erinnerung an das SED-Unrecht an der Grenze wachzuhalten.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A021/ 2023.

Pressemitteilung A022/ 2023: Härtefallfonds der Landesbeauftragten unterstützt bedürftige SED-Opfer

Härtefallfonds der Landesbeauftragten unterstützt bedürftige SED-Opfer.
Antragsfrist endet am 25. August.

Birgit Neumann-Becker:
„Viele anerkannte Betroffene von SED-Unrecht befinden sich aufgrund ihrer poli-tischen Verfolgung unverschuldet in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Im letzten Jahr hat der Landtag erstmals 50.000 Euro bereitgestellt, um die größten Härten zu mildern. Die Zahl der Anträge überstieg bei weitem die Höhe der beantragten Hilfen. 2023 steht wieder der gleiche Betrag zur Verfügung. Auch wenn leider nicht alle berechtigten Anliegen sofort unterstützt werden können, ermutige ich Be-troffene, einen Antrag zu stellen.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A022/ 2023.

 

Pressemitteilung A023/ 2023: MENSCHEN RECHT FREIHEIT PROTEST

MENSCHEN RECHT FREIHEIT PROTEST: Ausstellungseröffnung zum Aufstand vom 17. Juni 1953 in Wernigerode. 
13. August 2023, Sylvestrikirche, 10.00 Uhr 


Birgit Neumann-Becker: 
„Weniger als vier Jahre nach der Gründung der DDR hatten die Menschen genug von der SED-Diktatur. Genug vom Sozialismus, genug von der ineffizienten Planwirtschaft, genug von der Kollektivierung von Industrie und Landwirtschaft, genug von Verhaftungen und Re-pressionen. In Wernigerode, wie in Halle, Magdeburg oder Bitterfeld gingen Zigtausende von Menschen auf die Straße. Bis zu 60.000 Teilnehmer kamen zu den einzelnen Kundgebungen. An mehr als 240 Orten in Sachsen-Anhalt kam es am 17. Juni 1953 zu Streiks und Demonst-rationen. Die Demonstranten forderten Freiheit, Menschrechte, das Ende der SED-Diktatur, freie Wahlen und die deutsche Einheit. Der Aufstand vom 17. Juni 1953 war deshalb trotz seiner gewaltsamen Niederschlagung durch sowjetische Panzer ein Meilenstein der deut-schen Demokratiebewegung im 20. Jahrhundert.“
 

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A023/ 2023.

 

Pressemitteilung A024/ 2023: Erinnerung an den Mauerbau in Berlin vor 62 Jahren

„Erinnerung an den Mauerbau in Berlin vor 62 Jahren: Mit dem Bau der Berliner Mauer wird die fortgesetzte Gewaltanwendung durch die SED-Regierung gegen die Bevölkerung der DDR offensichtlich" 

Birgit Neumann-Becker: 
„Mit der Berliner Mauer wurde das schon seit Jahren immer rigider gewordene Grenz-regime der DDR weiter verschärft. Der illiberale und freiheits-verweigernde SED-Staat schuf sich mit dem Bau ein Symbol, das wie kein anderes für seine Verachtung gegenüber den Menschenrechten, besonders den Freiheitsrechten stand. Die Tötung von unbewaffneten Flüchtigen an der Berliner Mauer, der Schießbefehl, die Errichtung von Selbstschussanlagen und die Abrichtung von Hunden, die auf Menschen gehetzt wurden, um sie zu zerfleischen, gehören zu den eklatantesten Menschenrechtsverletzungen der SED-Diktatur. Unter den ca. 140 überwiegend jungen Menschen, die an der Berliner Mauer getötet wurden, stammten zehn aus Sachsen-Anhalt. Der 13. August ist – wie der 17. Juni – ein Datum, das uns daran erinnert, dass der SED-Staat, selbst oder mit sowjetischer Hilfe, bereitwillig die Waffen auf die eigene Bevölkerung richtete.“


Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A024/ 2023.

Pressemitteilung A026/ 2023: Einladung zum PRESSEGESPRÄCH

Einladung zum PRESSEGESPRÄCH zum Bundeskongress in Wernigerode

Vom 8. bis 10. September 2023 findet der diesjährigen Bundeskongress zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Wernigerode statt. Unter dem Titel „Stagnation und Wandel“ geht es um Repressionen und Alltagserfahrungen in der DDR in der Ära Honecker (1971-1989). Zu dem Kongress mit den Verfolgtenverbänden und Aufarbeitungsinitiativen laden die Konferenz der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der kommunistischen Diktatur gemeinsam mit der Bundesstiftung Aufarbeitung und der SED-Opferbeauftragten beim Deutschen Bundestag ein.

Am Pressegespräch nehmen teil:
Birgit Neumann-Becker, Landesbeauftragte Sachsen-Anhalt Evelyn Zupke, SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag Dr. Nancy Aris, Landesbeauftragte Sachsen

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A026/ 2023.

Pressemitteilung A025/ 2023: Erschütternder Protest gegen die SED-Erziehungs-Diktatur

Erschütternder Protest gegen die SED-Erziehungs-Diktatur: Pfarrer Oskar Brüsewitz entzündete sich am 18. August 1976 in Zeitz selbst, um die Diskriminierung von Christen in der DDR anzuprangern

Landesbeauftragte Birgit Neumann-Becker:
„Die Selbstverbrennung von Oskar Brüsewitz in Zeitz ist eine der eindringlichsten und am meisten erschütternden Proteste gegen die SED-Diktatur: Pfarrer Oskar Brüsewitz litt darunter, dass die SED die Menschen um ein Leben in Freiheit und um ihre Menschenrechte betrog und prangerte das fortwährend öffentlich an. Am 18. August 1976 zündete er sich schließlich in Zeitz aus Protest gegen die staatliche Willkür in der DDR, die rigide Beschneidung der Religionsfreiheit und die Diskriminierung christlicher Schülerinnen und Schüler durch das sozialistische Bildungswesen selbst an. Oskar Brüsewitz, der Tage später seinen schweren Verletzungen erlag, klagte auf erschütternde Weise den SED-Staat an und setzte in Zeitz ein bleibendes Zeichen des Widerstandes.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A025/ 2023.

 

Pressemitteilung A027/ 2023: Bundeskongress zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Wernigerode: Lebenssituation der politisch Verfolgten verbessern

Bundeskongress zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Wernigerode: Lebenssituation der politisch Verfolgten verbessern

Der Bundeskongress zur Aufarbeitung der SED-Diktatur findet jedes Jahr statt. Er wird von der Konferenz der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Folgen der kommunistischen Diktatur, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der SED-Opferbeauftragten beim Deutschen Bundestag ausgerichtet. In diesem Jahr war vom 8. bis 10. September die Landesbeauftragte von Sachsen-Anhalt, Birgit Neumann-Becker, Gastgeberin von rund 200 Vertreterinnen und Vertretern von Verfolgtenverbänden und Aufarbeitungsinitiativen. Inhaltlich widmete sich das Treffen dem Thema „Stagnation und Wandel. Repression und Alltag in der Ära Honecker“.

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A027/ 2023.

Pressemitteilung A028/ 2023: MENSCHEN RECHT FREIHEIT PROTEST

Eröffnung einer Ausstellung zum Aufstand vom 17. Juni 1953 in Sachsen-Anhalt. 17. September 2023, Soleturm im Kunsthof im SOLEPARK, in Schönebeck/Bad Salzelmen 15.00 Uhr


Birgit Neumann-Becker:
„Ein sowjetischer Panzer wendet am 17. Juni 1953 vor dem Bahnhof Schönebeck. Die demonstrierenden Menschen beobachten das Geschehen mit banger Aufmerksamkeit. Dieses einmalige Foto von Horst Fahlberg ist das Titelbild zu der Ausstellung MENSCHEN RECHT FREIHEIT PROTEST. Sie dokumentiert die vielfältigen Ereignisse rund um den Aufstand vom 17. Juni 1953 in Sachsen-Anhalt. Es ist ein besonderes Ereignis, dass die Ausstellung mit den Fotos von Horst Fahlberg nun auch in Schönebeck gezeigt wird.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A028/ 2023.

Pressemitteilung A029/ 2023: Ein Liberaler als Staatsfeind. Online-Veranstaltung.

Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: Ein Liberaler als Staatsfeind. Online-Veranstaltung am 26. September 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr

Birgit Neumann-Becker: 
"Fast 80 Jahre nach Kriegsende sind die Stimmen der Menschen, die den Krieg und das sowjetische Nachkriegsunrecht am eigenen Leib erlebt haben fast verstummt. Jochen Stern ist einer der wenigen, der uns heute noch persönlich an seinen Erinnerungen an das Erlebte teilhaben lassen kann. Als sogenannter „Neulehrer“ stand Jochen Stern 1946 unter dem Druck, der SED beizutreten. Doch anstatt dem nachzugeben, wurde er Mitglied der Liberaldemokratischen Partei. 1947 verhaftete ihn die sowjetische Geheimpolizei und beschuldigte ihn, eine amerikanische Spionagegruppe „Liberal Organization“ gegründet zu haben. Ein Militärtribunal verurteilte ihn zu 25 Jahren Lagerhaft. Bis zu seiner Entlassung 1954 war er im sowjetischen Speziallager Bautzen (‚Gelbes Elend‘) eingesperrt.“

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Pressemitteilung A030/ 2023: Ausstellung „An der Grenze erschossen." in der Lutherstadt Eisleben

„An der Grenze erschossen. Erinnerung an die Todesopfer des DDR-Grenzregimes in Sachsen-Anhalt“ Ausstellungseröffnung am 29. September 2023, 16.00 Uhr St. Katharinenstift, Sangerhäuser Str. 13, Lutherstadt Eisleben


Birgit Neumann-Becker:
„Europa und Deutschland waren mehr als 40 Jahre lang geteilt. Die aufs Schärfste bewachte Grenze trennte Staaten und Landschaften, Dörfer und Städte, Familien und Freunde. Abgesichert von den Grenztruppen sollten Gitterzäune, Wachtürme, Bodenminen, Hundelaufanlagen und Selbstschuss-Anlagen die Menschen der DDR unbedingt am Verlassen des Landes hindern. Viele, die dennoch einen Fluchtversuch wagten, bezahlten dies mit ihrer Freiheit, ihrer Gesundheit oder gar mit dem Leben. Allein im Grenzabschnitt an der heutigen Ländergrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen starben 68 Zivilisten gewaltsam. Die meisten wurden erschossen. Die Ausstellung informiert über das Grenzregime der SED-Diktatur und zeigt das Schicksal seiner Opfer."

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Pressemitteilung A032/ 2023: Experten diskutieren über neue Gesundheitsschäden bei SED-Verfolgten durch lange Reha-Verfahren

Experten diskutieren über neue Gesundheitsschäden bei SED-Verfolgten durch lange Reha-Verfahren. Fachtag am 10. November 2023, 9.00 – 15.15 Uhr Magdeburg, Roncalli-Haus, Max-Josef-Metzger-Str. 12/13

Birgit Neumann-Becker:

„Die oft langwierigen Rehabilitierungsverfahren und Begutachtungen, bei denen die traumatischen Erlebnisse wieder in das Gedächtnis geholt werden müssen, sind für Betroffene von SED-Unrecht oft extrem belastend und können zu zusätzlichen Gesundheitsschäden, zu einer Re-Traumatisierung führen. Als Landesbeauftragte trete ich für eine Vereinfachung der Verfahren ein. Die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag hat dazu einen praktikablen Vorschlag unterbreitet. Unser Fachtag bringt Ärzte und Psychologen, Berater und Therapeuten, Juristen und Entscheider in den Behörden zusammen, sensibilisiert sie auf Landesebene für diese Problematik und diskutiert Lösungsmöglichkeiten.“

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Pressemitteilung A031/ 2023: Lesereise Grenzschicksale – Leben am Todesstreifen

Grenzschicksale – Leben am Todesstreifen Eine Lesereise mit Zeitzeugen stellt bewegende Einzelschicksale vor.

Birgit Neumann-Becker:

„Nichts symbolisiert eindrücklicher das SED-Unrecht als die innerdeutsche Grenze, der Todesstreifen und die Grenztoten. Heute sind die Spuren des Grenzregimes am Nationalen Naturmonument „Grünes Band“ noch sichtbar. Doch wie die Menschen im Schatten der undurchdringlichen Grenzanlage lebten, gerät zunehmend in Vergessenheit. Diese Lücke schließt das neue Buch ‚Grenzschicksale. Als das Grüne Band noch grau war‘. 30 Menschen berichten darin von ihrem bewegenden Schicksal.“

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Pressemitteilung A033/ 2023: Unschuldig auf dem Schaffott

Nach dem Aufstand vom 17. Juni 1953 ließ die SED-Rachejustiz die 41-jährige „Erna Dorn“ köpfen.

Birgit Neumann-Becker:
„Am 1. Oktober 1953 krachte um 4 Uhr früh in der zentralen Hinrichtungsstätte der DDR das Fallbeil nieder. Die Frau, die sich „Erna Dorn“ nannte, war sofort tot. Der Arzt notierte auf dem Totenschein: ‚Acute Herz- und Kreislaufschwäche.‘ Zynismus, Vertuschung, Justizmord – der tragische Fall der ‚Erna Dorn‘ legt die Skrupellosigkeit des SED-Unrechtssystems offen. Deshalb ist es wichtig, auch heute nach 70 Jahren an das Schicksal der zu Unrecht getöteten zu erinnern.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A033/ 2023.

Pressemitteilung A034/ 2023: Das sowjetische Erbe in Belarus und die demokratische Oppositionsbewegung

Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: Das sowjetische Erbe in Belarus und die demokratische Oppositionsbewegung. Online-Veranstaltung am 10. Oktober 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr

Birgit Neumann-Becker:
„Diktaturen sind auch im 21. Jahrhundert in einigen Teilen Europas Realität. Belarus ist ein solches Beispiel: Die kommunistische Ideologie wurde zwar aufgegeben, doch viele sowjetische Machtmechanismen wirken weiter fort. Nach wie vor trägt der Geheimdienst den berüchtigten Namen KGB. Die im litauischen Exil lebende Philosophin Prof. Dr. Tatiana Shchyttsova vermittelt seltene und unmittelbare Eindrücke über die Funktionsweise des Regimes von Aljaksandr Lukaschenka und in die Arbeit der belarussischen Opposition.“

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Pressemitteilung A035/ 2023: MENSCHEN RECHT FREIHEIT PROTEST: Ausstellung in Haldensleben

Ausstellung zum Aufstand vom 17. Juni 1953 in Sachsen-Anhalt bis zum 12. November im Verwaltungsgebäude des Landkreises Börde in Haldensleben

Birgit Neumann-Becker:
„Der Aufstand vom 17. Juni 1953 ist ein Meilenstein der deutschen Demokratie und Freiheitsgeschichte gerade im von Diktaturen geprägten 20. Jahrhundert. Überall in der DDR gingen Tausende Menschen auf die Straße, forderten Freiheit und Demokratie, Menschrechte und die deutsche Einheit. Zu Protesten, Streiks und Demonstrationen kam es nicht nur in Berlin und in Bezirkshauptstädten wie Magdeburg oder Halle, sondern auch in vielen Kreis- und Kleinstädten und in vielen Dörfern. In Haldensleben kam es ebenfalls zu Protesten, in Fabriken und Schulen wurden SED-Propagandaplakate zerstört. Insgesamt 29 Menschen wurden nach der Niederschlagung des Aufstandes verhaftet. Die Ausstellung MENSCHEN RECHT FREIHEIT PROTEST dokumentiert die vielfältigen Ereignisse rund um den Aufstand vom 17. Juni 1953 in Sachsen-Anhalt."

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Pressemitteilung A036/ 2023: ​​​​​​​Im Fadenkreuz der Stasi in West-Berlin: Die Verfolgung des Finanzchefs der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit

Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: Im Fadenkreuz der Stasi in West-Berlin: Die Verfolgung des Finanzchefs der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit. Online-Veranstaltung am 24. Oktober 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr

Birgit Neumann-Becker:
„Das Unrecht in der sowjetischen Besatzungszone öffentlich anzuklagen und Widerstand gegen die SED-Diktatur zu organisieren waren die zentralen Anliegen der ‚Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit‘ (KgU). 1948 während der sowjetischen Blockade Berlins gegründet informierte sie mit Hilfe des Rundfunksenders RIAS über das Schicksal der in sowjetischen Lagern spurlos verschwundenen Menschen und warnte öffentlich vor Stasi-Spitzeln. Die Mitarbeiter der KgU waren deshalb selbst Ziel von Angriffen der Staatssicherheit. Aus Sachsen-Anhalt wurden mehrere Menschen hingerichtet, denen die Zusammenarbeit mit der KgU vorgeworfen wurde. Im Visier hatte die Stasi auch Adolf Hellwig, den KgU-Finanzchef. Den Polit-Thriller über seine gescheiterte Entführung aus West-Berlin hat nun sein Enkel Egbert Hellwig rekonstruiert.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A036/ 2023.

Pressemitteilung A037/ 2023: Die Oktoberrevolution von 1917 in der Erinnerungskultur im post-sowjetischen Raum

Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: Die Oktoberrevolution von 1917 in der Erinnerungskultur im post-sowjetischen Raum. Online-Veranstaltung am 7. November 2023 von 17.00 bis 18.00 Uhr

Birgit Neumann-Becker: „Der Jahrestag der russischen Oktoberrevolution, der 7. November nach dem westlichen Kalender, war zur Zeit des Kommunismus der höchste offizielle Feiertag. Ohne Zweifel prägten dieses Ereignis und die daraus entstandene Sowjetunion den Verlauf des gesamten 20. Jahrhunderts, auch in Deutschland. Ohne die Machtübernahme der Bolschwiken 1917 hätte es letztlich die SED-Diktatur nicht gegeben. Die Folgen der kommunistischen Herrschaft und das Ringen um das geopolitische Erbe der Sowjetunion sind noch heute weithin spürbar. Wie in den Nachfolgestaaten an das historische Großereignis von 1917 heute erinnert wird, ist ein guter Ausgangspunkt zum besseren Verständnis gegenwärtiger Konflikte."

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Pressemitteilung A038/ 2023: Ausstellungseinführung und Buchlesung

Einführung zur neuen Ausstellung zum Aufstand vom 17. Juni 1953 in Sachsen-Anhalt und Buchlesung aus „Drangsaliert und dekoriert. Von der Kunst des Überlebens in der DDR“ von Dr. Horst Böttge. Öffentliche Veranstaltung am 6. November 2023 von 18.00 bis 20.00 Uhr

Birgit Neumann-Becker: „Anfang der 1950er Jahre waren die Gefängnisse der DDR mit politischen Häftlingen überfüllt. Die von der SED verantworteten Verhaftungen und Repressionen zählen zu den Gründen, die die Menschen am 17. Juni 1953 auf die Straße trieben. In Halle zogen die Demonstranten vor das Gefängnis „Roter Ochse“. Dort verbüßte der Jugendliche Richard Böttge eine Haftstrafe. Mit knapp 16 Jahren hatte ihn die Staatssicherheit 1951 verhaftet und an die sowjetischen „Freunde“ übergeben, die ihn in einem Militärtribunal für das Verunzieren eines Leninbildes zu 10 Jahren Arbeitslager verurteilten. Nach seiner Haftzeit gelingt ihm eine Karriere in der Energieversorgung der DDR mit zahlreichen Auszeichnungen. Bis zur Vollendung des 17.Juni 1953 in der Friedlichen Revolution 1989 wird Richard Böttge gleichermaßen von Versorgungsproblemen der Planwirtschaft und der Überwachung durch die Staatssicherheit drangsaliert.“

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Pressemitteilung A039/ 2023: Die Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zum Gedenktag 9. November

Der Mauerfall beendete die israelfeindliche Politik der DDR

Birgit Neumann-Becker: „In diesem Herbst, in dem Israel angegriffen und bedroht wird, ist uns die historische Ambivalenz des 9. Novembers in der deutschen Geschichte hinsichtlich der Jahre 1938 und 1989 besonders bewusst: Während der 9. November 1938 als Mahnung für die Pogrome gegen jüdische Geschäfte und Synagogen steht, gilt der 9. November 1989 als Synonym für die Freude über den Mauerfall und das Ende der kommunistischen Diktatur. Mit der Mauer fiel auch die israelfeindliche Politik der DDR. Denn deren Außenpolitik war im Zusammenhang mit der Blockbildung gegen die USA und damit auch gegen Israel gerichtet – trotz der UNO-Beschlüsse zur Staatsgründung und der besonderen deutschen Verantwortung. 1967 versprach die DDR-Führung – noch während des Sechstagekrieges – Ägypten und Syrien, also den arabischen Staaten, die Israel feindlich gesinnt waren, Waffenlieferungen als „Akt der Solidarität“. Später belieferte die DDR auch die PLO mit Waffen, unter anderem mit in Ostdeutschland produzierten AK-47 Sturmgewehren, Munition sowie Handgranaten und sie bot bis zum Schluss Terroristen Unterschlupf und Ausbildung. Von der PLO gegen Israel eingesetzte Handgranaten produzierte die DDR mit großer Wahrscheinlichkeit auch im Chemiewerk Kapen bei Dessau. Der 9. November 1989 steht damit auch für den Tag, an dem die israelfeindliche und antisemitische Politik der DDR durch das mutige Eintreten der Bürgerinnen und Bürger für Freiheit und Demokratie beendet wurde. Als Zäsur gilt die im April 1990 beschlossene Resolution, mit der die erste frei gewählte Volkskammer um Verzeihung für die Heuchelei und Feindseligkeit der offiziellen DDR-Politik gegenüber dem Staat Israel bat und begann, Austausch und Versöhnung zu fördern.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A039/ 2023.

Pressemitteilung A042/ 2023: „Geschädigte Kinder durch das DDR-Krippensystem“ mit Florian von Rosenberg

Online-Veranstaltungsreihe der Landesbeauftragten: „Geschädigte Kinder durch das DDR-Krippensystem“ mit Florian von Rosenberg

Birgit Neumann-Becker:
„Die SED-Diktatur versuchte, Familien zu kontrollieren und Kinder von Geburt an zu manipulieren. Vor allem wollte sie Kinder und Jugendliche dem Einfluss ihrer Eltern entziehen und zu ‚sozialistischen Menschen‘ formen. Dazu dienten für die allerjüngsten auch die Krippen. Das Krippensystem der DDR wird noch heute vielfach als vorbildlich dargestellt. Dabei haben schon von der SED unter Verschluss gehaltene Studien von DDR-Wissenschaftlern den schädigenden Einfluss der Krippen, vor allem der Wochenkrippen auf die frühkindliche Entwicklung nachgewiesen.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A042/ 2023.

Pressemitteilung A041/ 2023: Halle-Forum 2023: SED-Verfolgte diskutierten mit internationalen Experten über Proteste hinter dem Eisernen Vorhang und Geheimdienstkooperation

Halle-Forum 2023

Prager Frühling 1968, Solidarność-Bewegung in Polen, Bürgerrechts- und Friedensinitiativen in der DDR – was wie ein Neben und Nacheinander von nationalen Oppositions- und Protestbewegungen aussieht, war in Wirklichkeit ein kompliziertes Geflecht gegenseitiger Ermutigung, Beeinflussung und Vernetzung, um für Demokratie und Menschenrechte in den kommunistischen Diktaturen zu kämpfen. Gleichzeitig verstärkten in den 1970er- und 1980er Jahren die Geheimdienste ihre Zusammenarbeit, um ihre Überwachungs- und Verfolgungsmaßnahmen gegen die Oppositionsgruppen abzustimmen und zu verbessern. 
Die zunehmende transnationale Vernetzung von Oppositionsgruppen und die verstärkte Zusammenarbeit der Geheimdienste war Gegenstand des diesjährigen Halle-Forums, das am Freitag mit circa einhundert Teilnehmern zu Ende ging. Auf der zweitägigen Konferenz hatten internationale Experten wie Ludĕk Navara (Brno, Tschechien), Tytus Jaskulowski (Zielona Gora, Polen) und Helmut Müller-Enbergs ihre Arbeiten zu diesen Themen vorgestellt und mit DDR-Bürgerrechtlern und Betroffenen von SED-Unrecht intensiv diskutiert.

„Der Austausch zwischen Experten und Zeitzeugen ist für beide Seiten immer besonders fruchtbar“, erklärten die beiden Hauptveranstalter Birgit Neumann-Becker, Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und Dr. Kai Langer, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt. „Dies sei inzwischen zu einem Markenzeichen des Halle-Forums, das in diesem Jahr bereits zum 28. Mal stattfand.“

Gerade im Hinblick auf das bis 2028 in Halle entstehende „Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ sei es wichtig, sich auch auf dem Halle-Forum mit der internationalen Dimension der SED-Diktatur und ihren Folgen zu beschäftigen, ergänzte Birgit Neumann-Becker. 

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A041/ 2023.

Pressemitteilung A043/ 2023: Birgit Neumann-Becker begrüßt die Stasi-Überprüfung der Landtagsabgeordneten

Transparenz gegenüber den Wählern
Birgit Neumann-Becker begrüßt die Stasi-Überprüfung der Landtagsabgeordneten

Birgit Neumann-Becker:
„Der Beschluss des Landtages zur Überprüfung der Abgeordneten auf Mitarbeit beim Ministerium für Staatssicherheit ist ein wichtiges Zeichen für politische Transparenz. Sie ist eine gute Möglichkeit, gegenüber den Wählerinnen und 
Wählern Offenheit über die politischen Biografien der Mitglieder des Landtags herzustellen. Dazu werden die gesetzlichen Regelungen des Stasiunterlagengesetzes genutzt. Die Sicherung und Öffnung der Stasi-Unterlagen war eine wichtige Errungenschaft der Friedlichen Revolution von 1989. Das Ministerium für Staatssicherheit führte im Auftrag der SED die Bespitzelung, Zersetzung und Bekämpfung von Menschen durch, die der Politik der SED kritisch gegenüberstanden. Bei den Betroffenen hat das tiefe Wunden hinterlassen und ihre Lebenswege beeinflusst. Die Machenschaften des Staatssicherheitsdienstes waren keine abstrakten Ereignisse und deshalb ist eine hauptamtliche oder inoffizielle Mitarbeit bei der Stasi keine Bagatelle, sondern gehört bei Mandatsträgern veröffentlicht und bewertet. Die Partei „Die Linke“ ist aus der SED hervorgegangen, die wiederum Auftraggeberin der Staatssicherheit („Schild und Schwert der Partei“) war. Dennoch stellt sich die Landtagsfraktion erneut nicht dem regulären Überprüfungsprozess, obwohl die Überprüfungen nach Stasiunterlagengesetz nach transparenten und rechtsstaatlichen Kriterien erfolgen. Aus meiner Sicht wird hier eine wichtige demokratische Möglichkeit zur Herstellung von Transparenz verschenkt.“

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung A043/ 2023.

@sachsenanhalt twitterte zur Übergabe:

@sachsenanhalt

Die Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Birgit Neumann-Becker, hat den Tätigkeitsbericht an MP @reinerhaseloff übergeben. Themen waren außerdem Härtefallfonds für SED-Opfer, erleichterten Zugang zu sozialen Ausgleichsleistungen & Zukunft der Stasiunterlagen./StK

Beratungsbedarf ist nach wie vor hoch

Die Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Birgit Neumann-Becker, hat Landtagspräsident Dr. Gunnar Schellenberger am Dienstag, 12. April 2022, ihren Tätigkeitsbericht 2021/2022 übergeben. Auf knapp 250 Seiten informiert sie darin wiederum über die Arbeit ihrer Behörde in den Bereichen Opferberatung, Aufarbeitung und Forschung, Erinnerung und Bildung.

weiterlesen auf der Internetseite des Landtages

 

Übergabe des Tätigkeitsberichts und Landespressekonferenz vom 12.4.2022

Vorstellung des Tätigkeitsberichts 2021/2022 der Landesbeauftragten (siehe Pressemitteilung A 09 vom 12.4.2022)

Rechtsprechungsdatenbank im Bürgerservice

Seit dem 1. Januar 2015 steht unter der Internetadresse http://www.landesrecht.sachsen-anhalt.de/ > Navigation "Rechtsprechung" die Rechtsprechungsdatenbank des Landes Sachsen-Anhalt zur freien Recherche zur Verfügung. Die Datenbank enthält alle veröffentlichten Urteile und Beschlüsse der Gerichte des Landes Sachsen-Anhalt (ohne Landesverfassungsgericht) ab dem 1.1.2010.