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Anzahl der Einträge: 5 / bitte auch die Unter-Seiten beachten – Aktualisierung: 22.4.2021

Zeitgleich, spätestens aber nach 1 bis 2 Monaten werden die „aktuellen“ Einträge den „Themen“ zugeordnet (Beiträge ab 2014).

Die Seiten „Termine“ und „Beratungstage“ sind als Unter-Seiten zu „Aktuelles“ eingeordnet.

Auf weiteren Unter-Seiten finden Sie regelmäßige Beteiligungen an größeren Veranstaltungen (Sachsen-Anhalt-Tag usw.), auch in der Rückschau (seit 19.1.2017).

 

 

Hinweis auf einen Studienaufruf „TESTIMONY – Erfahrungen in DDR-Kinderheimen. Bewältigung und Aufarbeitung“ der Universitätsmedizin Leipzig

Für unser Forschungsprojekt „TESTIMONY – Erfahrungen in DDR-Kinderheimen. Bewältigung und Aufarbeitung“ (www.testimony-studie.de) suchen wir Menschen, die zu DDR-Zeiten in Kinderheimen und Jugendwerkhöfen gelebt haben und bereit sind, unseren Fragebogen auszufüllen. Uns interessiert, welche Erfahrungen Kinder und Jugendliche in Heimen der DDR gemacht haben und welche Folgen diese Erlebnisse für Sie hatten.

 

Anmeldung zur Studie telefonisch oder per Mail (bis Ende August 2021):

Telefon:              0341 / 97 188 15

Email:                  testimony(at)medizin.uni-leipzig.de

 

 

Worum geht es in der Studie?

Für unsere Studie verschicken wir Fragebögen per Post an Menschen, die zu DDR-Zeiten in Kinderheimen und Jugendwerkhöfen waren. Im Fragebogen geht es um Ihre Erfahrungen von damals und wie es Ihnen heute damit geht. Außerdem möchten wir wissen, wie Sie den gesellschaftlichen Umgang mit Ihren Erfahrungen empfinden und was Ihnen gegebenenfalls geholfen hat, damit umzugehen. Unser Ziel ist es, mit der Studie zur Aufarbeitung der Geschichte der DDR-Kinderheime beizutragen und herauszufinden, ob und welche Unterstützung Menschen mit Heimerfahrung heute brauchen.

 

Wie läuft die Studie ab?

Sie melden sich per Email unter testimony(at)medizin.uni-leipzig.de oder telefonisch unter 0341 97 18815. Wir besprechen Ihre Fragen zur Studie und Sie geben uns, wenn Sie teilnehmen möchten, Ihre Postadresse. Dann schicken wir Ihnen den Fragebogen zu, Sie können ihn in aller Ruhe ausfüllen und schicken ihn uns dann in dem beigelegten frankierten Rückumschlag zurück.

 

Für für die Teilnahme an der Studie zahlen wir eine Aufwandsentschädigung von 20 €. Ein entsprechendes Formular schicken wir Ihnen ebenfalls mit dem Fragebogen zu.

 

Wer führt die Studie durch?

Die Studie wird von einem Team aus Psychologinnen und Psychologen an der Universität Leipzig durchgeführt. Zum Team gehören zwei Diplom-Psychologinnen und drei wissenschaftliche Hilfskräfte. Geleitet wird das Projekt von Frau Prof. Dr. Heide Glaesmer. Sie ist Psychologin und Psychotherapeutin und forscht seit vielen Jahren zu den Folgen belastender Lebensereignisse. Finanziert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 

Wer kann teilnehmen?

Alle Personen, die in der DDR in Kinderheimen und/ oder Jugendwerkhöfen gelebt haben. Dabei spielt keine Rolle, wie lange Ihr Heimaufenthalt gedauert hat, in welcher Art von Heim Sie waren oder ob Sie eher positive oder negative Erfahrungen gemacht haben.  

 

Pressemitteilung Nr. A 06 / 2021: Übergabe des Tätigkeitsberichtes 2020/2021 der Landesbeauftragten. Presseinformation der Aufarbeitungsbeauftragten. Magdeburg, 24.3.2021

Die Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Birgit Neumann-Becker, hat der Präsidentin des Landtages Sachsen-Anhalts, Gabriele Brakebusch, den Tätigkeitsbericht 2020/2021 der Landesbehörde übergeben.

Mehr als die Hälfte der Opfer der SED-Diktatur leben aufgrund ihrer Verfolgung in finanzieller Not. Die Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED Diktatur in Sachsen-Anhalt (LzA), Birgit Neumann-Becker, drängt
auf ein stärkeres Engagement des Landes um schnell für mehr Anerkennung und finanziellen Ausgleich für SED-Verfolgte zu sorgen. Das verdeutlichte sie bei der Vorstellung ihres Tätigkeitsberichts im Magdeburger Landtag. Auch die Anerkennung gesundheitlicher Folgeschäden ehemaliger politischer Häftlinge müsse umgehend erfolgen.

Birgit Neumann-Becker: „In vielen der insgesamt mehr als 4.000 Beratungen der Behörde im vergangenen Jahr habe sich gezeigt, dass die soziale und gesundheitliche Lage ehemaliger politischer Häftlinge und Opfer anderer staatlicher Verfolgungsmaßnahmen in der DDR im Verhältnis zur Durchschnittsbevölkerung weiter prekär ist. Dennoch ist bei dieser Bevölkerungsgruppe die Zustimmung zur Demokratie größer. Dies ist auf die Erfahrung von Rechtlosigkeit und staatlicher Gewalt zurückzuführen. SED-Verfolgte geben der Gesellschaft Werte-Orientierung und leisten durch ihr zivilgesellschaftliches Engagement einen wichtigen Beitrag zu Aufarbeitung und Bildung.“

zur Pressemitteilung

Anlage (Zahlenteil) zur Pressemitteilung

Tätigkeitsbericht als gezippte PDF-Datei (2,8 MB)

 

 

Hinweis auf einen öffentlichen Aufruf der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (CBF) vom Februar 2020

Untersuchung der Folgen politischer Inhaftierung für Betroffene oder deren Kinder –
Im Rahmen des Forschungsverbundes "Landschaften der Verfolgung" werden Ursachen, Ausmaße und Auswirkungen politischer Haft in der ehemaligen DDR und SBZ erforscht.

Der Verbund wird von mehreren Partnern getragen, die sich mit ihren unterschiedlichen Perspektiven in das Projekt einbringen. Folgende universitäre Forschungseinrichtungen sind am Vorhaben beteiligt: Das Institut für Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Fachbereiche Politikwissenschaften an der Universität Passau, die Charité Berlin sowie die Arbeitsgruppe Aufarbeitung und Recht an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Folgende Gedenkstätten und Institutionen der DDR-Aufarbeitung sind Teil des Projekts: Die Gedenkstätten Berlin-Hohenschönhausen, das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V., die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße Potsdam sowie die Robert-Havemann-Gesellschaft. Der Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen ist Kooperationspartner des Forschungsverbunds. 

Das Teilprojekt der Charité führt eine wissenschaftliche Studie zur Untersuchung der gesundheitlichen Folgen politischer Haft in der DDR und SBZ durch. Untersucht werden sollen mögliche körperliche und psychische Folgen der Haft. Dafür werden verschiedene Interviews und Tests durchgeführt und Fragebögen eingesetzt. Die Testung wird ca. 4 Stunden dauern. Die erhobenen Daten werden entsprechend der neuen EU-Datenschutzrichtlinien streng vertraulich behandelt und ausschließlich in anonymisierter Form weiterverarbeitet.

Für die Studie werden ehemals politisch Inhaftierte der DDR oder Nachkommen von ehemals politisch Inhaftierten gesucht. Projektlaufzeit bis Dezember 2023

Bei Anfahrt in die Charité können Reisekosten erstattet werden. Gerne kommen wir auch zu Ihnen.

Bei Interesse melden Sie sich gerne bei uns: 
Ansprechpartner:
Aline Voss, Psychologin
Tolou Maslahati, Psychologin 

Studienleiter:
Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Isabella Heuser-Collier
Prof. Dr. Stefan Röpke  

Telefon: 030 450 517 560
Fax: 030 450 751 7560
E-Mail: DDR-Unrecht(at)charite.de
Adresse: Charité Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin

Download Infoflyer (0,5 MB)

Website: https://psychiatrie.charite.de/metas/probandensuche/item/probanden_detail/untersuchung_der_folgen_politischer_inhaftierung_fuer_betroffene_oder_deren_kinder/

i.V. Herr Dr. Laßleben

 

 

 

Hinweis auf einen Zeitzeugenaufruf der Gedenkstätte "Geschlossener Jugendwerkhof Torgau" für ein Interviewprojekt mit Laufzeit bis April 2020 (Durchführung GJWH)

Lebensgeschichtliche Dokumentation der Umerziehung in Spezialheimen der DDR

Gefördert durch den Ostbeauftragten beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Laufzeit: Mai 2018 bis April 2020.

Die im Rahmen des Projektes geführten, lebensgeschichtlich angelegten Audio-Interviews (etwa 100) bilden die Grundlage für eine Datenbank, die sowohl Besuchern und Besucherinnen der Gedenkstätte als auch Betroffenen und ihren Angehörigen sowie der wissenschaftlichen Forschung an einem Arbeitsplatz in Torgau zugänglich sein wird.

Parallel zum Zeitzeugenarchiv wird - basierend auf der Auswertung der erhobenen Interviews - eine Publikation entstehen, die einer breiten Öffentlichkeit Zugang zum Thema DDR-Jugendhilfe und dem System der Spezialheime ermöglichen soll.

Betroffene und Zeitzeugen gesucht!

Wenn Sie in einem Spezialheim der DDR-Jugendhilfe untergebracht waren und Ihre Erinnerungen für ein Zeitzeugenarchiv ehemaliger DDR-Heimkinder zur Verfügung stellen möchten, können Sie sich gerne melden. Eine umfassende Darstellung der DDR-Heimerziehung wird nur mit Ihrer Hilfe möglich sein. Die Ton-Interviews werden auf Wunsch der Befragten anonymisiert sowie grundsätzlich unter Beachtung des Datenschutzes im Zeitzeugenarchiv gesichert.

Quelle: Internetseite der Gedenkstätte GJWH Torgau

>> zum Zeitzeugenaufruf (PDF)

 

 

kommunismusgeschichte.de — Bundesstiftung Aufarbeitung startet neue Wissensplattform

Unter kommunismusgeschichte.de präsentiert die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ab sofort umfangreiche Informationen und Materialien zur Kommunismusgeschichte. Unter anderem wird die neue Wissensplattform mittelfristig alle Ausgaben des Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung (JHK) als E-Book zugänglich machen. Zum Start der Website sind dort nicht nur die Jahrgänge 2005 bis 2015 der wichtigsten deutschsprachigen Jahresschrift zur Kommunismusgeschichte durchsuchbar. Gleiches gilt für über 5.500 Biografien der deutschen Kommunismus- und DDR-Geschichte sowie bekannter und unbekannter Persönlichkeiten, die im Ostblock in Opposition zu den kommunistischen Diktaturen standen. In derzeit rund 70 Podcasts können auf der Webseite Diskussionen und Vorträge zur Kommunismusgeschichte nachgehört werden. Namhafte Historikerinnen und Historiker haben für kommunismusgeschichte.de individuelle Leseempfehlungen verfasst. Darüber hinaus weist die neue Internetressource den Weg zu einschlägigen Forschungseinrichtungen, Bibliotheken, Archiven, Museen sowie Gedenkstätten; sie verzeichnet Bildungsmaterialien sowie Hinweise auf Spiel- und Dokumentarfilme. Der Bereich „Aktuelles“ informiert über Veranstaltungen sowie Konferenzen und verlinkt auf aktuelle Medienberichterstattung zum Thema.

Das Angebot richtet sich an Studierende, Wissenschaftler, Mittler der historischen Bildung, Lehrer und Journalisten, die mit kommunismusgeschichte.de erstmals ein breites Informations- und Rechercheangebot zum Thema unter einer zentralen Adresse erhalten. Darüber hinaus bietet eine illustrierte Zeitleiste, die Schlaglichter auf die Geschichte des internationalen Kommunismus im 20. Jahrhundert wirft, und eine interaktive Karte auch dem zeithistorisch interessierten Bürger einen Einstieg in die Website. Ein zentrales Suchfeld ermöglicht dem Nutzer eine freie Suche, deren Ergebnisse für alle Kategorien übersichtlich und nach Relevanz sortiert dargestellt werden. Die Seite wird im Verlauf des Jahres 2017 kontinuierlich erweitert und ausgebaut.

Ausstellung zur Kommunismusgeschichte

 

 

Evangelische Kirche und DDR-Unrecht: Gedemütigt, drangsaliert, inhaftiert

Die evangelische Kirche in der DDR bot Schutzräume für Regimekritikerinnen und -kritiker. Es gab aber Kooperation mit dem SED-Staat. Die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands bekannte sich 2017 dazu, Menschen nicht genug geschützt oder sogar verraten zu haben. Nun sollen Betroffene konkrete Hilfe bekommen.

Von Henry Bernhard

Beitrag vom 31.5.2021, 09.51 Uhr zum Nachhören (08:10 Minuten)

 

Pressestelle Erfurt: EKM stellt sich kirchlichem Handeln während der SED-Diktatur

Opfer können sich ab sofort an Ombudsperson wenden

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) übernimmt Verantwortung gegenüber Opfern von kirchenleitendem Handeln während der SED-Diktatur. Dafür hat der Landeskirchenrat ein Anerkennungsverfahren initiiert für Personen, die aus politischen Gründen drangsaliert wurden und in ihren Kirchen disziplinarisch belangt oder die durch Verrat aus kirchlichen Kreisen inhaftiert, gedemütigt, traumatisiert oder zur Ausreise gedrängt wurden.

Als Ombudsperson, mit deren Unterstützung die Anträge zu stellen sind, wurde Hildigund Neubert beauftragt. Die Anerkennungsentscheidungen erfolgen durch einen Anerkennungsausschuss. Anträge können bis 30. April 2023 gestellt werden.

Die Anerkennungsentscheidungen erfolgen im Auftrag des Landeskirchenrates durch einen Anerkennungsausschuss.
Zum Anerkennungsausschuss gehören:

  • Johannes Beleites (Großkochberg, Vorsitzender)
  • Cordula Kamm (Jena)
  • Christoph Koch (Magdeburg)
  • Geschäftsführer ohne Stimmrecht ist Pfarrer Christian Dietrich (Erfurt/Klettbach)

Die stimmberechtigten Mitglieder sind in ihren Entscheidungen unabhängig.

Mehr Informationen und der Kontakt zur Ombudsperson unter: www.ekmd.de/service/anerkennung-ddr-unrecht/

 

 

Übergabe des Tätigkeitsberichts und Landespressekonferenz vom 24.3.2021

Vorstellung des Tätigkeitsberichts 2020/2021 der Landesbeauftragten (siehe Pressemitteilung vom 24.3.2021)

Pressemitteilung Nr. A 23 / 2020: Benennung des Planetariums in Halle (Saale) Sigmund Jähn ist kein zukunftsfähiger Namenspatron für einen außerschulischen Lernort. Magdeburg, 21.12.2020

Birgit Neumann-Becker:
… Die Frage aber, ob Sigmund Jähn Namensgeber für einen Ort sein kann, an dem junge Menschen ihren Blick in den Himmel richten, ist damit nicht beantwortet. Das Ministerium für Staatssicherheit war ein Machtinstrument der SED, deren prominentes Mitglied Sigmund Jähn selbst war. Er gehörte zu denen, die die Diktatur in der DDR repräsentierten und das System bis zum Schluss stützten. …

Bitte beachten Sie für weitere Informationen die Pressemitteilung.

 

 

Fachkonferenz "'VEB Kunst' - Kulturgutentzug und Handel in der DDR" (digital) des Deut­schen Zen­trums Kul­tur­gu­tver­lus­te vom 30.11.2020

30 Jah­re nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung wid­me­te sich das Deut­sche Zen­trum Kul­tur­gu­tver­lus­te the­ma­tisch dem Kul­tur­gut­ent­zug in der DDR. Die Kon­fe­renz rich­te­te den Blick vor al­lem auf den Bin­nen- und Au­ßen­han­del der DDR mit Kunst und An­ti­qui­tä­ten so­wie des­sen Wech­sel­wir­kung mit der staat­li­chen Mu­se­umspo­li­tik.
>> zur Dokumentation mit Video-Mitschnitten

Am Abend vor der Kon­fe­renz ging die Po­di­ums­dis­kus­si­on "Ent­eig­net, ent­zo­gen, ver­kauft: Zur Auf­ar­bei­tung der Kul­tur­gut­ver­lus­te in der DDR" der Fra­ge nach, wo wir der­zeit mit der his­to­ri­schen, ju­ris­ti­schen und ge­sell­schaft­li­chen Auf­ar­bei­tung des Kul­tur­gut­ent­zugs in der DDR ste­hen.
>> zur Dokumentation mit Video-Mitschnitt in der MDR-Mediathek

 

 

 

Gesetz zur Änderung des Bundesarchivgesetzes, des Stasi-Unterlagen-Gesetzes und zur Einrichtung einer oder eines SED-Opferbeauftragten

Plenarsitzung (Rückschau) im deutschen Bundestag mit 2. und 3. Lesung am 19.11.2020
siehe hierzu das Plenarprotokoll, dort ab S. 24215 bzw. S. 24227

(rechtstechnischer Hinweis: das Gesetz wird zunächst dem Bundesrat zugeleitet [dort ist es auf der Tagesordnung für den 18.12.2020], und dann vom Bundespräsidenten ausgefertigt, bevor es in Kraft tritt)

58. Sitzung - Öffentliche Anhörung zum Gesetzentwurf 19/23709
Die geplante Überführung der Stasi-Akten in die Zuständigkeit des Bundesarchivs und die Einrichtung des Amtes eines Beauftragten für die Opfer der SED-Diktatur stößt beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, beim Bundesarchiv, den Landesbeauftragten zur Aufarbeitungen der SED-Diktatur und auch den Opferverbänden nach jahrelangen Diskussionen über die Zukunft der Akten auf große Zustimmung. Dies zeigte sich am Mittwoch, 4. November 2020, in einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Kultur und Medien unter Leitung von Katrin Budde (SPD) zu einem fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen (19/23709).
Die Sitzung ist in der Mediathek auf www.bundestag.de in drei Videoqualitäten (7 GB, 3 GB und 750 MB) und als Audio (200 MB) abrufbar.

 

 

Union und SPD wollen SED-Opfer­beauftragten auf Bundes­ebene

Am Freitag, 30. Oktober 2020, berät der Bundestag einen Gesetzentwurf von CDU/CSU und SPD „zur Änderung des Bundesarchivgesetzes, des Stasiunterlagen-Gesetzes und zur Einrichtung einer oder eines SED-Opferbeauftragten“. Der Entwurf soll nach halbstündiger Debatte dem federführenden Ausschuss für Kultur und Medien zur weiteren Beratung überwiesen werden. 

Zentrale Aufgabe der oder des neu ins Amt zu hebenden SED-Opferbeauftragten solle es sein, die Anliegen der Opfer der SED-Diktatur und der kommunistischen Herrschaft in der Sowjetischen Besatzungszone und in der ehemaligen DDR in Politik und Öffentlichkeit zu vertreten. Dabei solle sie oder er mit Verbänden, Vereinigungen und Interessengemeinschaften der Opfergruppen kooperieren, heißt es vonseiten der Bundesregierung. (hau/12.10.2020)

Kabinett fasst Beschluss zur dauerhaften Sicherung der Stasi-Akten im Bundesarchiv – Position eines SED-Opferbeauftragten wird geschaffen

Die Bundesregierung hat heute [2. September 2020] eine von Kulturstaatsministerin Monika Grütters vorgelegte Formulierungshilfe für einen Gesetzentwurf zur langfristigen Sicherung der Stasi-Unterlagen in der Verantwortung des Bundesarchivs sowie zur Einrichtung eines SED-Opferbeauftragten beschlossen. Dieser Gesetzentwurf wird demnächst durch die Koalitionsparteien in den Deutschen Bundestag eingebracht werden.

Künftig soll eine Ombudsperson für die Opfer der SED-Diktatur beim Deutschen Bundestag eingesetzt werden, die das Parlament berät und das Thema in der Öffentlichkeit stärker sichtbar macht. Die Bundesregierung unterstützt mit ihrer Formulierungshilfe das Anliegen der Koalitionsfraktionen, die Interessen der Opfer der SED-Diktatur sowie der kommunistischen Herrschaft in der Sowjetischen Besatzungszone und in der ehemaligen DDR zu wahren.

(Die Formulierungshilfe selbst ist dort nicht verfügbar; demnächst wird es aber den Gesetzentwurf als Bundestagsdrucksache geben.)

 

 

Die Geschichte der Heimkindheiten endlich konsequent aufarbeiten. Stellungnahme der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. Berlin, 23. April 2020

Sie finden die Stellungnahme zusätzlich hier mit der Bitte um [weitere] Veröffentlichung.

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs stößt immer wieder auf Gewaltgeschichten in der Heimerziehung. Im Rahmen von Anhörungen sowie auf schriftlichem Weg berichten Betroffene der Kommission von sexueller Gewalt, die sie in ihrer Kindheit und Jugend in Heimeinrichtungen der Bundesrepublik und der DDR erlebt haben. Vielfach ging dies mit zahlreichen anderen Formen physischer und psychischer Gewaltanwendung, mit Demütigung und Erniedrigung einher. In den bisherigen Auswertungen der Kommission wird deutlich, wie sehr die Heimerziehung die gesamte Biografie nachhaltig beschädigt hat. Vor dem Ausmaß und den Folgen der Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen in diesen geschlossenen Systemen – die in der DDR erst 1989 überwunden wurden – verschließt die Gesellschaft in Deutschland nach wie vor die Augen. Die Kommission sieht weiterhin einen erheblichen Aufarbeitungsbedarf, auch um weiteres Leid von Betroffenen im Alter zu verhindern. …

Von Gewalt betroffene Menschen der Heimunterbringung in West- und Ostdeutschland haben oft erst verzögert von der erlebten sexuellen Gewalt berichtet; davon zeugen die Anhörungen vor der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. Hier hat sich gezeigt, wie wichtig die Unterstützung durch Betroffeneninitiativen ist, die dabei helfen, trotz der Scham über die erlittenen Traumatisierungen zu sprechen. …

Die im Anschluss an den Runden Tisch Heimerziehung eingerichteten Fonds Heimerziehung West und später Ost stehen bei Betroffenen insbesondere auch aus den DDR-Heimunterbringungen bis heute in der Kritik. Der Umgang mit Betroffenen hat zu vielfachen neuerlichen Verletzungen geführt. …

Es besteht – auch in schwierigen Zeiten wie der aktuellen Corona-Krise – die Notwendigkeit, dass sich Politik, Wissenschaft und soziale Träger auf Maßnahmen über eine umfassende Aufarbeitung der vielfachen Gewaltformen in der Heimerziehung verständigen und Verantwortung für die Folgen übernehmen. Menschen, die ihre Kindheit und Jugend in Heimeinrichtungen verbracht haben, müssen dabei einbezogen werden.  

 

 

Erfolgreiche Kooperation der Landeszentrale für politische Bildung mit der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt bei Gedenkstättenfahrten wird fortgesetzt

Gedenkstättenbesuche werden ist der historisch-politischen Bildung immer wichtiger. Seit 2014 fördert die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt deshalb Fahrten in die Gedenkstätten des Landes zu 100 Prozent. In diesem Jahr haben rund 4.300 Schülerinnen und Schüler von dem Angebot profitiert, das im nächsten Jahr weiter ausgebaut werden soll. 

Die Bilanz kann sich sehen lassen. 93 Schulen haben in diesem Jahr das Angebot der Landeszentrale genutzt, einen der zur Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt gehörenden Erinnerungssorte an die beiden deutschen Diktaturen zu besuchen. Insgesamt 4.300 Schülerinnen und Schüler konnten so an den Studienfahrten mit einem umfangreichen pädagogischen Programm der Gedenkstätten teilnehmen. „Wer einmal vor Ort gesehen hat, wohin Ideologien führen können, wird sich später verstärkt für Freiheit und Demokratie einsetzen“, hofft Maik Reichel, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung.

>> zur Pressemitteilung der Landeszentrale